Blitzputz
Grundreinigung einer Wohnung, Bodenreinigung im Wohnzimmer

Grundreinigung nach Bodenbelag: Parkett, Linoleum, PVC, Fliesen, Teppich

Warum eine Grundreinigung die Pflegeschicht entfernt und nicht nur den Schmutz — und was Parkett, Linoleum, PVC, Fliesen, Naturstein und Teppich jeweils vertragen.

Eine Grundreinigung ist keine besonders gründliche Unterhaltsreinigung. Sie ist ein anderer Vorgang: Statt den Schmutz von der Oberfläche zu nehmen, entfernt sie die Schicht, in der sich der Schmutz festgesetzt hat — alte Pflegefilme, Polymerdispersionen, Wachsreste, Beschichtungen. Genau deshalb ist sie die einzige Reinigungsart, bei der der Bodenbelag die Methode bestimmt und nicht der Verschmutzungsgrad. Was auf dem einen Belag Standard ist, ruiniert den anderen. Dieser Beitrag geht die gängigen Beläge durch; die Leistungen und die Preisorientierung stehen auf der Seite zur Grundreinigung.

Warum überhaupt eine Schicht entfernt wird

Elastische Böden — Linoleum, PVC, Vinyl, Kautschuk — werden üblicherweise mit einer Pflegeschicht versehen. Sie schützt den Belag, füllt Mikrorauheit und lässt sich leichter reinigen als der Belag selbst. Bei jeder Wischpflege kommt ein wenig davon dazu. Nach ein bis drei Jahren ist die Schicht zu dick, vergraut, wird stumpf und nimmt Schmutz auf, der sich nicht mehr herauswischen lässt.

An diesem Punkt hilft kein stärkeres Mittel in der laufenden Unterhaltsreinigung mehr, sondern nur die vollständige Entfernung der Schicht und ein Neuaufbau. Genau das ist die Grundreinigung. Der Unterschied zur Unterhaltsreinigung ist also nicht die Intensität, sondern das Ziel — wir beantworten das auch kurz im FAQ auf der Leistungsseite, hier geht es um die Ausführung je Belag.

BODENBELAGPflegefilm, Jahr für Jahrdicker, grau, schmierigGRUNDREINIGUNGDanach ist der Belag ungeschützt — Linoleum, PVC, Vinyl und Cotto brauchen den Neuaufbau.
Was eine Grundreinigung entfernt: den aufgebauten Pflegefilm, nicht den Schmutz

Parkett und andere Holzböden

Holz verträgt keine stehende Nässe. Wasser lässt die Fasern quellen, dringt in Fugen ein und wirft den Belag auf — irreversibel. Eine Grundreinigung auf Parkett arbeitet deshalb nebelfeucht und mit einem Mittel, das für Holz freigegeben ist.

Entscheidend ist die Oberfläche: Versiegeltes Parkett hat eine Lackschicht, die gereinigt, aber nicht angelöst werden darf; geöltes oder gewachstes Parkett hat keine geschlossene Schicht und wird nach der Reinigung neu geölt, sonst bleibt es fleckenempfindlich. Wer den Unterschied nicht kennt, erkennt ihn an der Wasserprobe an einer unauffälligen Stelle: Zieht ein Tropfen ein, ist der Boden offenporig.

In den Gründerzeitbezirken ist das der Regelfall, nicht der Sonderfall — alte Dielen und Stabparkett unter mehreren Schichten Pflege sind bei einer Wohnungsübernahme in der Josefstadt oder in Neubau häufiger als Fliesen. Eine echte Renovierung, also Abschleifen und Neuversiegeln, ist allerdings Tischlerarbeit und nicht Teil einer Reinigung.

Linoleum

Linoleum ist der Belag, bei dem am meisten falsch gemacht wird. Es besteht im Kern aus Leinöl und ist gegenüber stark alkalischen Mitteln empfindlich: Sie verseifen die Oberfläche, der Boden wird stumpf, gelblich und bekommt einen schmierigen Griff, der sich nicht mehr wegwischen lässt.

Eine korrekte Linoleum-Grundreinigung arbeitet deshalb mit einem für Linoleum freigegebenen, im pH-Wert begrenzten Grundreiniger und mit begrenzter Einwirkzeit. Ebenso wichtig ist der zweite Schritt: Linoleum bleibt nach der Schichtentfernung ungeschützt und muss neu eingepflegt oder versiegelt werden. Eine Grundreinigung ohne Neuaufbau ist bei diesem Belag keine halbe Leistung, sondern ein Schaden auf Raten.

Das ist auch der Grund, warum „Linoleum Grundreinigung und Versiegelung“ als zusammenhängende Leistung gesucht wird: Die beiden Schritte gehören technisch zusammen und werden sinnvollerweise gemeinsam beauftragt.

SAUERNEUTRAL BIS MILDSTARK ALKALISCH0ca. 57ca. 1014NATURSTEIN, MARMOR, COTTOkeine Säure — auch kein Essig oder ZitronensäureLINOLEUMnicht stark alkalisch — verseift
Der pH-Wert entscheidet, welcher Belag eine Grundreinigung überlebt

PVC, Vinyl und Designbeläge

PVC und Vinyl sind gegenüber Alkalien deutlich robuster als Linoleum, und die Schichtentfernung ist hier der klassische Anwendungsfall: Grundreiniger auftragen, einwirken lassen, mit Einscheibenmaschine und passendem Pad bearbeiten, Schmutzflotte aufnehmen, neutralisieren, trocknen lassen, neue Beschichtung in zwei Aufträgen.

Die Fehlerquelle liegt hier weniger beim Mittel als beim Neutralisieren: Bleiben Grundreinigerreste im Belag, haftet die neue Beschichtung schlecht und löst sich streifig ab. Bei modernen Designbelägen mit strukturierter Oberfläche kommt hinzu, dass ein zu aggressives Pad die Prägung planschleift — sichtbar wird das erst im Streiflicht, dann aber dauerhaft.

Fliesen, Feinsteinzeug und Fugen

Keramik selbst ist nahezu unempfindlich; die Arbeit steckt in den Fugen und in den Ablagerungen. Bei Neubau- und Renovierungsübergaben ist der häufigste Fall der Zementschleier, der sich nur mit einem sauren Mittel lösen lässt — das aber wiederum Zementfugen angreift, wenn es zu lange einwirkt oder die Fugen nicht vorgewässert wurden.

Bei stark strukturiertem Feinsteinzeug, etwa in Stiegenhäusern und Eingangsbereichen, sitzt der Schmutz in der Antirutsch-Struktur und braucht mechanische Bearbeitung mit Bürste oder Pad statt mehr Chemie. Sanitärbereiche sind der umgekehrte Fall: Dort sind die Ablagerungen kalkhaltig und wieder sauer zu lösen, aber das Mittel darf nicht auf angrenzenden Naturstein gelangen.

Naturstein und Cotto

Die einfache Regel für kalkhaltige Natursteine — Marmor, Kalkstein, Solnhofer, Travertin — lautet: keine Säure. Das gilt für Sanitärreiniger ebenso wie für Essig- und Zitronensäurereiniger aus dem Haushalt. Der Schaden ist eine matte Ätzung und lässt sich nur durch Schleifen und Neupolieren beheben.

Cotto und andere unglasierte Tonbeläge sind stark saugend. Sie werden nach der Grundreinigung imprägniert oder eingelassen, sonst nehmen sie Fett und Farbe direkt auf. Auch hier gilt: Der Nachbehandlungsschritt ist nicht optional.

Teppichböden

Für Teppich gibt es zwei ernstzunehmende Verfahren. Die Sprühextraktion arbeitet mit eingesprühter Reinigungslösung und sofortigem Absaugen; sie reinigt bis in die Polschicht, braucht aber Trocknungszeit und ist bei empfindlichen Rückenmaterialien mit Vorsicht zu dosieren. Die Pad- oder Bonnetreinigung nimmt Schmutz oberflächlich mit rotierenden Bezügen auf, ist schnell und nach wenigen Stunden wieder begehbar, kommt aber nicht in die Tiefe.

Für Büroflächen ist deshalb meist die Kombination sinnvoll: Padreinigung als Zwischenreinigung im laufenden Betrieb, Sprühextraktion als jährliche Grundreinigung über ein langes Wochenende. Wie sich das mit einem laufenden Reinigungsvertrag verzahnt, beschreiben wir bei der Büroreinigung.

Estrich, Beton und Garagenböden

Mineralische Böden in Kellern, Lagerflächen und Tiefgaragen sind der Sonderfall: Hier geht es nicht um eine Pflegeschicht, sondern um eingezogenes Öl, Reifenabrieb und Streusalzrückstände. Gearbeitet wird mit alkalischen Reinigern, Bürstenmaschine und Nassabsaugung, bei geeigneter Entwässerung auch mit Hochdruck. Das ist ein eigenes Gewerk und Teil der Garagenreinigung statt der Wohnungsgrundreinigung.

Wann eine Grundreinigung fällig ist

Nicht nach Kalender, sondern nach Zustand. Die folgenden Anzeichen sprechen für eine Grundreinigung — wenn mehrere davon zutreffen, bringt weiteres Wischen nichts mehr. Ablauf und Preisorientierung für Wohnungen, Häuser und gewerbliche Flächen stehen auf der Seite zur Grundreinigung von Böden in Wien.

SCHRITT 1ANLÖSENGrundreiniger, EinwirkzeitSCHRITT 2ABTRAGENEinscheibenmaschine, PadSCHRITT 3NEUTRALISIERENReste vollständig rausSCHRITT 4NEU AUFBAUENBeschichtung, zwei AufträgeSCHRITT 3 IST DER, DER AM HÄUFIGSTEN AUSGELASSEN WIRDBleiben Reinigerreste im Belag, haftet die neue Beschichtung nicht.
Der Ablauf einer Grundreinigung auf beschichteten Belägen
  • ·Der Boden wirkt auch direkt nach dem Wischen grau oder stumpf
  • ·Die Oberfläche fühlt sich klebrig oder schmierig an
  • ·In Laufzonen sind dunkle Bahnen sichtbar, in Randzonen nicht
  • ·Die Beschichtung löst sich stellenweise ab oder blättert
  • ·Übernahme, Auszug oder Ende einer Renovierung
  • ·Der Belag wurde seit mehr als zwei bis drei Jahren nur wischgepflegt

Häufige Fragen

Wie oft braucht ein Boden eine Grundreinigung?
Bei elastischen Belägen in stark begangenen Bereichen typischerweise alle ein bis drei Jahre, in wenig genutzten Räumen deutlich seltener. Ausschlaggebend ist der Zustand der Pflegeschicht, nicht der Kalender — eine planmäßige Zwischenreinigung verlängert den Abstand erheblich.
Kann ich eine Grundreinigung selbst machen?
Bei Fliesen in einem kleinen Bad realistisch, bei beschichteten elastischen Belägen kaum: Ohne Einscheibenmaschine und Nassauger lässt sich die angelöste Schicht nicht vollständig aufnehmen, und Reste verhindern, dass die neue Beschichtung hält. Der teure Fehler ist dabei nicht die Arbeit, sondern der falsch gewählte Reiniger auf Linoleum oder Naturstein.
Muss der Boden nach der Grundreinigung neu beschichtet werden?
Bei Linoleum, PVC, Vinyl und Cotto ja — sie sind nach der Schichtentfernung ungeschützt. Bei Fliesen, Feinsteinzeug und versiegeltem Parkett nicht. Geöltes Parkett wird nachgeölt, nicht beschichtet.
Wie lange ist der Boden danach nicht begehbar?
Als Richtwert: Eine Beschichtung ist nach wenigen Stunden begehbar, aber erst nach einigen Tagen voll belastbar — Möbel und Rollstühle sollten so lange warten. Nach einer Sprühextraktion auf Teppich hängt es an der Belüftung, üblicherweise über Nacht.

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Alles in diesem Beitrag betrifft Liegenschaften in Wien — wir betreuen alle 23 Bezirke.

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